20.12.2007

 

Die Überfahrt nach Norwegen verlief problemlos, nur der Norwegische Zoll wollte einige Antworten haben. Schon bald interessierte er sich aber mehr für die Reise als für die offiziellen Fragen. Von den mitgeführten Sachen wollte er nichts sehen.

 

Da die Fähre eine Stunde Verspätung hatte war es in Norwegen bereits dunkel. An einer kaum befahrenen Strasse richtete ich mich im Auto ein. Am anderen Morgen sah ich die Landschaft in einem weissen Gewand und der Himmel war wolkenlos.

  

Norwegen
Im Norwegischen Setesdal
  

Ich folgte der Strasse 9 durchs schöne Setesdal. Mitten im Wald stand überraschend eine Mautstelle, zum Glück bezog ich im Dorf davor noch Geld und kaufte noch ein Brot, sonst hätte ich schon das erste Problem gehabt.  Die folgende Strecke war das Geld wert, denn ich gleitete durch wundeschöne Landschaften. Teilweise konnte man meinen, dass man durch Kanada fahre.

 

Auf dem Weg zum Numedal passierte ich Rjukan. Das ist ein grosser und langgezogener Ort in einem Tal. Mittags um 13 Uhr war es so düster dass ich das Gefühl hatte dass bereist 17 Uhr ist. Am nahen See machte ich einen offenen Campingplatz aus und stellte das Zelt in den Schnee, direkt  ans Wasser.

 

Aufgang
Sonnenaufgang um 9.57 Uhr
 

Nördlich von Kongsberg beginnt das wunderschöne Numedal. Dank der Tiefstehenden Sonne glitzerte die Landschaft in einem goldenen Licht,  der eiskalte Fluss war noch das Tüpfchen auf dem i. In der Nähe der Ortschaft Uvdal plante ich eine weitere Nacht im Auto zu verbringen. Ich stellte mich bei einer abgelegenen Strassenkreuzung hin und begann zu kochen. Kaum war ich fertig hielt ein Auto und fragte ob ich ein Problem hätte. Ich erklärte dass alles in Ordnung sei und ich hier nur übernachten möchte. Spontan wurde ich dann eingeladen bei ihm in einem warmen Zimmer zu übernachten. Der Gastgeber heisst Matthias und kommt aus Deutschland. Wir diskutierten bis tief in die Nacht miteinander, es war sehr spannend und lehrreich. An dieser Stelle nochmals ein Herzliches Dankeschön für die tolle Gastfreundschaft.

In Geilo verspürte ich eine grosse Lust weiter durch das Gebirge zu fahren, doch ich fand keine vertretbare Route, so musste ich doch nach Lillehammer und dann die E6 nehmen. Im Tal um Lillehammer war es sehr kalt, -23°C habe ich gemessen. Genau an der kältesten Stelle wollte ich auf den Campingplatz gehen, doch der Platzwart wollte das Risiko nicht auf sich nehmen und meinte, dass ich besser noch ein Stück fahre, an der Küste sei es wärmer. Ich folgte dem Radschlag, übernachtete aber bereits auf dem Dovrefjell, dort war es mit -10°C angenehmer.

 

Auf einmal hallte ein grosser Freudeschrei durch die Luft. Was ist passiert? Ich bin wieder am Meer, juhuu. An der Küste hatte es wie erwartet keinen Schnee mehr und die Temperaturen liegen im Positiven Bereich. Zwischen Brekstad und Namsos führte die Strasse durch wunderschöne Gebiete, leider regnete es dauernd und der starke Wind war auch nicht angenehm. Laut Wetterbericht wird sich dies in nächster Zeit nicht ändern, deshalb fahre ich nun zügig gegen Norden. Auf den Lofoten warte ich den Schnee und die Sonne ab, davor gehe ich nicht wieder südwärts.

 

Abendstimmung
Eine eindrückliche Abendstimmung
   

Wetter:

In der ersten Woche sah ich keine einzige Wolke, es war ein Traum. Ab Oppal änderte sich dies aber schlagartig. An der Küste ist es nun ständig bewölkt und es regnet. Der Wind pfeift auch um die Ohren.

Temperaturen:

In der Nacht war es in letzter Zeit ständig zwischen       -10°C und -19.4°C. Dank der trockenen Luft und der Windstille in den Bergen war es nicht so schlimm.  

Strassen:

Im Gebirge waren sie Schneebedeckt und teils vereist. Das Fahren bereitete aber keine Probleme, an der Küste kam ich viel mehr ins rutschen, hier ist die Strasse wegen dem Regen und Restschnee viel mehr vereist.

Pannen:

Das Auto musste ich bisher 2mal ausgraben. Dank meiner Schneeschaufel konnte ich es selber aus der misslichen Lage befreien. Es war mir aber eine Lehre, ich verlasse die Strassen nicht mehr. Das Gewicht auf der Hinterachse ist zu gross für weitere Experimente.

Sonnenlicht:

Die Sonne verzaubert die Landschaft ab ca. 9.30 Uhr in ein rot-goldenes Licht. Am Abend ist es auch wieder so umwerfend speziell. Bald komme ich aber in Regionen wo es kein Sonnenlicht mehr geben wird.

Abend:

Da ich die Landschaft sehen möchte suche ich beim eindunkeln einen Übernachtungsplatz. So ist der Abend jeweils sehr lange. Die Tagebucheinträge werden länger und in den Büchern wird ein Kapitel mach dem anderen gelesen. Es ist einwenig eine Mühsame Zeit, doch da muss ich durch. Interessant wird es, wenn man einfach da liegt und den Gedanken freien lauf lässt. Jetzt hab eich Zeit um über mich und mein bisher sehr schönes Leben nachzudenken.