06.12.2007

 

Die Zeit vergeht wieder einmal viel zu schnell, es ist höchste Zeit um dir wieder einmal einen Bericht zu senden. Obwohl die Tage mit jedem Nordwärts fahrenden Kilometer kürzer werden ist es mir nie langweilig.

Das Karatetraining in Knittelfeld machte extrem viel Freude. Ich wurde sehr freundlich aufgenommen und sogar mit einem Kimono ausgestattet. Ich wäre gerne noch einige Trainings geblieben, doch leider musste ich aber weiter reisen. Ich plante noch an anderen Orten zu trainieren, doch es sollte wieder einmal alles anders kommen als geplant…

 

Der Neusiedlersee ist bestimmt grösser als der Zugersee, doch seine Tiefe beträgt nur 1.70 Meter! Ob das wirklich stimmt wollte ich nicht testen, denn es stürmte und das Wasser war sehr kalt.

 

Schnee
Ich war froh gute Winterreifen zu haben
  

Städte mag ich nicht sonderlich, doch für Wien machte ich eine Ausnahme. Ich machte einen Shoppingtag und einen Sehenswürdig- keitentag. Bei den Sehenswürdigkeiten stand das Schloss Schönbrunn, die Donauinsel und das Parlament auf meinem Programm. Obwohl ich nicht so viel von Politik verstehe war die Führung im Parlament sehr interessant und informativ. Das Schweizerbundeshaus gefällt mir aber schon viel besser.

 

Von Krems bis Ybbs folgte ich der Donau, das Gebiet heisst Wachau und ist wunderschön. In Dürnstein stieg ich zur Burgruine und hatte einen wunderbaren Blick auf die Rebberge und die Donau. Mangels geöffneten Campingplätzen übernachtete ich direkt am Fluss im Auto. am anderen Morgen erreichten mich einmal mehr vereinzelte Schneeflocken.

 

Die Strecke nach Mariazell erinnerte an eine verzauberte Märchenlandschaft. Die Bäume waren mit Schnee bedeckt und links und rechts der Strasse hatte es eine mindestens 80cm hohe Schneewand. Im Tiefschnee machte ich die ersten Versuche im Schneeschuhlaufen. Um das Zelt aufzubauen war der Schnee viel zu locker und zu tief, so schlief ich eine weitere Nacht im Auto. Das Thermometer sank auf kühle -10.8°C. Die eindrückliche Bergkette des Gesäuse durfte ich bei schönstem Sonnenschein geniessen. Auf den weiteren Schneeschuh-touren ging es immer besser, es macht richtig Spass durch den Schnee zu stampfen.

    

Gesäuse
 Im Nationalpark Gesäuse
  

Da ich unbedingt noch eine Polarnacht erleben möchte kürzte ich die Route durch Österreich ab und fuhr zügig durchs Salzkammergut und weiter nach Deutschland. Bei Braunau wurde ich regelrecht überrascht, denn ich hätte nie gedacht dass der Fluss Inn so breit ist. in der Schweiz ist er bekannt zum Raften, doch an dieser Stelle können sehr grosse Schiffe fahren.

 

Per Zufall fand ich eine interessante Hinweistafel zu einer grossen Brücke. Ich folge ihr und gelangte zur Göltzschtalbrücke. Diese Brücke hat grosse Ähnlichkeiten mit der Pont du Gard, doch sie ist sehr viel grösser. Trotz der Höhe und Breite ist sie nicht so eindrücklich wie die kleine Schwester, denn sie ist erst 200 Jahre alt.

 

In Freiberg durfte ich bei Ralf in der warmen Stube schlafen. Wir machten einen Ausflug nach Dresden und die Sächsische Schweiz. Dresden ist eine sehr schöne Stadt mit alten Häusern und einer der wohl schönsten Kirchen der Welt, die Frauenkirche. Innen ist sie sehr speziell gestaltet. Sie wurde im 2. Weltkrieg fast vollständig zerstört und erst vor 2 Jahren mit Privaten Spenden wieder aufgebaut. Die Sächsische Schweiz sollte man eigentlich per Schiff oder zu Fuss erkunden, mit dem Auto sieht man nicht so viel. Schiffe fuhren leider keine mehr und für grosse Wanderungen hatten wir zuwenig Zeit.

 

In einem Aussenbezirk von Berlin steuerte ich den Globetrotter an um mein Ausrüstung zu ergänzen. Ich bin nun im Besitz eines Multikochers (Gas, Benzin, Petroleum…) und einem super guten Schlafsack. Nach dem Grosseinkauf verlies ich Berlin aber so schnell wie möglich wieder.

 

In der Mecklenburgischen Seenplatte durfte ich auf einem sehr schönen Campingplatz logieren. Am schönsten ist es, wenn man diese Region im Kajak besichtigt, denn viele Seen sind miteinander verbunden. Zu Fuss kam ich leider nicht so weit und selten direkt ans Wasser. Ein Abenteuer hatte ich aber trotzdem noch, denn der Hochseilgarten auf dem Campingplatz bot Nervenkitzel und Spass.

 

Seenplatte
In der Seenplatte
   

In Rostock besuchte Matthias, Lukas und ich den Weihnachtsmarkt. Die Stände sind in der gesamten Fussgängerzone verteilt und es hatte auch einen grossen Lunapark. Rostock meint es gut mit mir, denn immer  wenn ich dort bin ist ein grosser Anlass. In der Nähe von Matthis schicke ich mein Auto in den Service, denn für die erhofften kalten Temperaturen ist ein zuverlässiges Auto wichtig. Ebenso wichtig sind gute Reifen, zwei Stück musste ich ersetzten lassen.

 

Die Holsteinische Schweiz habe ich nur durchfahren, denn der Drang nach dem Meer und der Polarnacht war grösser. Die Dänische Westküste hat mir noch nicht so gut gefallen wie die Nordseeküste. Mir fehlt der endlose Sandstrand und eine schöne Küstenstrasse. Laut Karte werde ich aber bald eine Küstenstrasse finden.

 

Die Kälte macht mir noch nicht zu schaffen, die Feuchtigkeit finde ich viel mühsamer. Beim eindunkeln wird alles feucht, teilweise auch richtig Nass wie wenn es geregnet hätte. Das Zelt konnte ich schon lange nicht mehr trocken einpacken, es ist nun ständig nass. Den Akkus macht die Kälte mehr aus als mir, damit sie wegen der Kälte nicht entladen, finden sie über die Nacht in meinem Schlafsack unterschlupf. Ich spüre es sehr gut, dass es gegen Norden immer früher dunkel wird. Die Sonne steht nur noch tief am Himmel, so dass sie während dem Fahren immer blendet. Damit ich nicht stundenlang Gegenstände suchen muss ist es wichtig dass alles seinen Platz hat und es auch dort ist wo es hingehört. Ich muss meine Kisten immer wieder umstellen, doch ich weis eigentlich immer was wo ist. am meisten muss ich jeweils das Natel suchen, denn das brauche ich so gut wie nie.

 

Am kommenden Dienstag möchte ich bereits nach Norwegen verschiffen, denn auf den Lofoten dauert die Polarnacht (ganzer Tag keine Sonne) nur noch bis am 5.1.08. Ich möchte den Silvester auf den Lofoten verbringen, doch die Routenwahl ist wegen diversen gesperrten Strassen gar nicht so einfach. Ich möchte nicht der schnellste Weg nehmen, sondern einen möglichst schönen. Deshalb werde ich mit der Fähre nicht nach Oslo fahren, sondern wieder nach Kristiansand. Bis Geilo ist die Strecke festgelegt, doch dann muss wohl wegen diversen gesperrten Strassen einen grossen Umweg machen.