10.10.2007

 

Die Bretagne hat es mir auch im weiteren Verlauf sehr angetan. Leider wurde aber die Küste immer weniger Wild und auch die Tiden waren nicht mehr so ausgeprägt. Dank dem warmen Wetter und einigen tollen Bekanntschaften war das Reisetempo eher gemächlich.

 

Da ich sehr verwöhnt bin was Küsten angehen verlies ich sie nach Sarzeau und fuhr ein Stück auf der Autobahn bis nach La Rochelle. Der Campingplatz war teuer und ich wusste auch nicht wie ich das Zelt aufbauen soll, doch irgendwie ist es gegangen. Am Abend war dann im Zentrum ein Feuerwerk wie ich es noch nie gesehen habe. Das Spektakel dauerte etwa 30 Minuten. Neben viel Feuerwerk wurde auch die Stadtmauer, Segelschiffe, Scheinwerfer, Wasserfontänen, und von klassischer bis moderner Musik eingesetzt.

 

Nachdem ich bei Royan die sehr teuere Fähre genommen hatte machte ich einen Abstecher ins Landesinnere nach Pauillac. Diese Ortschaft ist bei Wein- und Flugzeugkenner bestimmt ein Begriff. Hier werden die grossen Einzelteile des A380 vom Schiff auf den Lastwagen verladen und dann nach Toulouse gekarrt. Als ich dort war waren verschiedene Sektionen beim Hafen die auf den Lastwagen warteten.

Mit dem Fahrrad war es wunderschön durch die Rebberge zu fahren, denn just zu dieser Zeit begann die Lese. In den unzähligen Chateau werden die besten Bordeaux Weine Hergestellt, eine Flasche des besten Weines kostet lächerliche 800 Franken.

 
Pilat-Plage
Duna de Pilat
     

Bei Arcachon war ein Besuch der Düne Pilat-Plage ein absolutes Muss. Es ist gewaltig einfach so an der Küste eine Sanddüne von 100m Höhe zu sehen. Man kann wie in der Sahara auf ihr spazieren und natürlich Sändele ;-) Um die Düne ist alles Flach und es hat Wald.

 

Nach einer letzten Nacht am Meer ging es in die Berge der Pyrenäen. Als ich die Küste verlies hatte ich noch einen blauen Himmel, doch auf dem ersten Pass Schneite es wie im tiefen Winter. Die Temperaturen sanken zum ersten Mal in den Minusbereich. Ich dachte ich sei auf alles vorbereitet, doch es lief noch nicht alles so optimal. Der nächste Schnee kann jetzt aber definitiv kommen, jetzt sind alle Kleider griffbereit. Da ich keinen  Wetterbericht zur Verfügung hatte und die weitere Route grösstenteils in Frankreich geplant war fuhr ich gleich auf dem nächsten Pass wieder nach Frankreich. Als ich am nächsten Morgen aus dem Auto kroch war wieder schönstes Fotowetter.

 

Pyrinäen
Panorama in den Pyrenäen
  

In den nächsten Tagen stieg das Thermometer immer weiter an und es war immer wieder bewölkt. In den Pyrenäen fühlt man sich wie in der Schweiz, aber es ist trotzdem irgendwie anders. Ich fuhr teilweise auf sehr kleinen Strassen quer durch das Zentralmassiv. Ich unternahm verschiedene Wanderungen, was allerdings nicht so einfach war, denn es ging immer steil hinauf und die Wege waren äusserst schlecht angeschrieben. Im Nationalpark war es dann besser und ich konnte eine 7 stündige Tour zu einer Berghütte machen.

 

Da ich oftmals der einzige Campinggast bin ist es verständlich dass nicht mehr viele Plätze geöffnet haben. So stellte ich mein Zelt für zwei Nächte auf einen Stellplatz. In der ersten Nacht war ein Gewitter wie ich es noch nie erlebt hatte. Mein Zelt stand auf 1500 Meter auf diesem Parkplatz, weit und breit kein Haus nur 5 Wohnmobile. Der Regen war wie aus einem Feuerwehrschlauch und beim Donner hätte man meinen können, dass ein ganzer Berg zu Tal donnert. Es war ein grossartiges Schauspiel das ich gespannt im Zelt mitverfolgte.

 

In Spanien fand ich keinen geeigneten Platz für mich, deshalb fuhr ich direkt nach Andorra. Das ist ein eigenständiger Staat in den Pyrenäen eingeklemmt zwischen Steilen Bergen, Spanien und Frankreich. Es hat weder einen Flugplatz noch eine Eisenbahn, es muss alles über diese eine Strasse, die durch das gesamte Land führt, transportiert werden. An dieser Strasse hat es einige Shoppingcenter, duzende Tankstellen und sehr viele grosse Mehrfamilienhäuser. Nach einer Nacht hatte ich genug von Andorra und verlies es in Richtung Frankreich. Bevor es aber über den Zoll ging füllte ich den Dieseltank bis zum letzten Tropfen, wo kann man sonst für 84Cent tanken?

 

Ich bin nun wieder auf einem herrlichen Campingplatz mit kostenlosem Internet. Das nutze ich natürlich um euch dieses Mail zu schreiben und für die Reisevorbereitung der nächsten Etappen.

 

Wanderung
Nach über 800 Höhenmetern  und 3.5 Stunden Marsch