14.08.2007

 

Die fast endlosen Wälder Finnlands habe ich gut hinter mich gebracht. Das Gewässer sieht man fast ausschliesslich bei den vielen Fähren und Brücken. Auch das beklettern eines Feuerscheuerturm bot keine schöne Aussicht, da das Wetter schlecht war. In Savonlinna besuchte ich die schöne Burg und etwas ausserhalb das Forstmuseum Lusto.

 

An der Grenze zu Russland war so einiges los, es standen über 100 russische Lastwagen am Strassenrand die durch den Zoll wollten. Nahezu alle hatten Autos beladen, günstige Karossen waren nicht zu finden, alle Autos waren in der oberen Preisklasse.

 

In Südfinnland machte ich mir viele Gedanken über die weitere Route. Geplant war, dass ich über das Baltikum nach Deutschland reisen werde. Ich hatte mit einigen Leuten gesprochen die so nach Finnland gekommen waren und alle konnten nur Positives berichten. Sie warnten aber auch, dass mein Fahrrad auf dem Dach Diebstahlgefährdet sei. Nach dem Studium von Büchern entschied ich mich aber gegen das Baltikum, es scheint mir zu unsicher. Ich bin ja schon gut versichert, aber ich muss einen Überfall nicht unbedingt erleben. Und da ich nicht nur die Touristenstrassen abfahre musste ich auch mit sehr schlechten Strassen rechnen.

 

Flagge Aland
Landesflagge von Åland
  

So fuhr ich bei Turku auf die Schärenstrasse und hüpfte von einer Insel zu anderen. Die Strasse führte über unzählige Dämme, Brücken und Fähren. Für diesen Teil der Reise hatte ich so gut wie keine Infos. Ich klapperte jedes Touristenbüro ab bis ich gut informiert war.

 

Mit der Ålandfähre gelangte ich dann auf Kökar. Diese Insel gehört zu Åland und es leben 300 Leute drauf. Åland ist ein Teilautonomes Gebiet von Finnland und besteht aus etwa 6500 Inseln. Sie haben eigene Autonummern, eigene Briefmarken und sprechen nicht finnisch sondern schwedisch. Auf Kökar hatte es einen schönen und günstigen Campingplatz, ich blieb zum ersten Mal 5 Nächte am selben Ort. Auf der Insel kann man wunderbar Rad fahren oder auf dem sehr schönen Wanderweg spazieren gehen. Auf der Strasse wurde ich angesprochen und zum Kaffee eingeladen. Der Höhepunkt war aber ganz klar, dass ich einen Elch gesehen habe.

 
Küste Kökar
Küste bei Kökar
        

Da die Fähre für Personen und Fahrräder kostenlos ist machte ich auch einen Ausflug auf die kleinste bewohnte Insel, Sottunga. Die Überfahrt  mit dem Auto von Finnland auf die grosse Hauptinsel hat mich nur 20 Euro gekostet. Bedingung für diesen günstigen Preis war, dass man unterwegs irgendwo übernachtet.

 

Die grosse Insel hat mir nicht so gefallen, doch wenn man wieder in die Schärenlandschaft geht ist die Welt wieder in Ordnung. Mit dem Velo ist es wunderschön zum fahren. Um eine Rundtour zu machen musste ich zwei kurze Fähren nehmen und dann noch eine spezielle Fahrradfähre die einmal am Tag fährt.

Wie klein die Welt ist habe ich auf dem Camping erfahren. Ich lernte sehr interessante Leute kennen, auch welche aus Aeugst.

 

Um nach Schweden zu gelangen musste ich nochmals eine rund 2 stündige Fähre nehmen. Auch die war mit 8.90€ fürs Auto und 8.90€ für die Person sehr günstig.

 

In Schweden steuerte ich zuerst Uppsala und dann den Göta Kanal an. Am Kanal war es sehr interessant, es herrschte ein reges Treiben. Viele Segelschiffe schleusten sich durch den Kanal. Bei Berg waren 9 Schleusen nahe beieinander. Dem Kanal entlang hat es auch einen sehr schönen Radweg mit ständigem Blick aus das Wasser.

 

Von Trelleborg fuhr die Fähre knapp 4 Stunden nach Sassniz in Deutschland. Auf der Insel Rügen war das Wetter sommerlich und sehr schön. Wie zu erwarten war hatte es auch noch viele, sehr viele andere Feriengäste. Die tausenden von Autos und Leuten waren ein kleiner Kulturschock für mich. Gegen Ende der Woche hatte es immer weniger Leute, so dass es angenehm wurde. Viele Schwärmen von Rügen, doch es gibt viel schönere Orte. Ich habe den gesamten Strand von 10km abgelaufen dann etwas feines gegessen und wieder zurück gelaufen.

 

Segelschiff
Segelschiff vor den Kreidefelsen von Rügen
  

In Hohen Luckow traf ich meinen Schulfreund Matthias der hier arbeitet. Einen so grossen Landwirtschaftsbetrieb mit 1400 Kühen habe ich noch nie gesehen. Die Betriebsbesichtigung war sehr interessant. In Rostock war noch die Hanse Sail, ein Segelschiff treffen mit 250 Schiffen aus 14 Nationen. Am Ufer wurde man von 350 Schausteller und Marktfahrer sowie 500 Künstler unterhalten.