11.7.2005

 

Von Rovaniemi ging es via Kemijärvi nach Inari. Dort wurde ich ganz herzlich begrüsst, leider nicht von den Mädels, sondern von Hunderten von Mücken. Ich überlegte mir lange, ob ich aussteigen oder weiter fahren soll. Ich entschied mich für das erste, denn die Mücken gehören auch zum Norden. Ich zog also die Kampfmontur an (Jens, Pullover und Mückenspray) und stellte mich der Herausforderung. Ich habe zum Glück bereits Übung im Zeltaufbauen, das ging sehr rasch. Als ich die Schlafutensilien und die Kochkiste im Zelt hatte, war ich sehr froh. Viele Stiche habe ich nicht abbekommen. Am Morgen packte ich das Zelt im Akkord zusammen.

 

Via Utsjoki und Tanabru ging es nach Berlevåg. Die fahrt dorthin bot ganz tolle Ausblicke. Die Sonne schien während 24 h und der Himmel war immer blau, das änderte sich die ganzen drei tage die ich dort war nicht. Per Bike und Fussmarsch ging es dann aufs Tanahorn. Das ist ein 266 Meter hoher Gipfel. Obwohl dieser Gipfel am Ende der Welt ist, ist es wohl der schönste Ort an dem ich jemals war. Nicht nur das Panorama auf die umliegende Landschaft und das offene Meer, sondern auch das Spiel des Wetters war Atemberaubend. Es bildeten sich Glorien. In kurzen Worten beschrieben ist es einen regenbogenartigen Kreis, der um meinen Schatten ist. Das ganze sieht man im Nebel. In den späten Abendstunden legten die schiffe der Hurtigroute an. Zum ersten mal konnte ich auch die Mitternachtssonne erblicken, das war ein ganz spezieller Moment. Am nächsten Tag besuchte ich nochmals das Tanahorn. Ich blieb mehr als 2 Stunden dort oben. Ich genoss die Ruhe für mich ganz alleine ohne Touristen. Ich sagte mir immer, dass ich auch ans Nordkap gehen werde, wenn ich schon soweit fahre, doch auf dem Tanahorn entschied ich mich, dass ich nicht gehen werde, dort war es viel schöner und ohne Massentourismus, den ich nicht sonderlich mag.

 

Glorie Mail 2 Glorie

 

Ab Rovaniemi begegnete ich immer wieder Rentieren, doch Elche habe ich immer noch keine gesehen. In Hammerfest begannen die ersten Probleme meiner Reise, ich konnte kein Geld mehr beziehen. Das Telefon mit der Bank zu Hause und das ausharren am Schalter nützte nichts. Meine EC-Karte war gesperrt. Da im Norden nur 4 stellige Code üblich sind, meiner aber 6 Stellen hat, gab ich mehr als dreimal den "falschen" Code ein. Tja, wieder etwas gelehrnt. Ich machte also bis heute eine Zwangspause, die ich zum waschen und haushalten nutzte. Heute ist meine neue Karte per Post eingetroffen, das Reisen kann endlich wieder weiter gehen.