Zusammen mit meiner Familie schaufelte ich vor einem Jahr mein Camper frei um meine Träume Realität werden zu lassen. Am Bahnhof Mättmi sties noch Martina zu mir, dann konnte es los gehen mit meinem Abenteuer durch den Norden dieser Weltkugel.

Halt! Stopp! Bereits ein Jahr? Jawohl, die Zeit bleibt auch unterwegs nicht stehen sondern geht mit den verschiedenen Zeitzonen mit mir mit. In Finnland war ich eine Stunde vor der Schweiz und auf Hawaii trottete ich 12 Stunden der Schweiz hinterher. Das Wort Zeit hat für mich aber einen ganz anderen Stellenwert als für dich! Ich gehe nach meiner eigenen Zeit. Wenn der Bauch das Gefühl hat, die Schoggi und das Steak verarbeitet zu haben, bekommt er Nachschub. Wenn ich müde bin, gehe ich schlafen und wache dann erholt wieder auf. Es ist schon ein sehr schönes, unbeschwertes Leben. Fast, denn auch mich plagt das eine oder andere. Die Stellplatzsuche für die Nacht ist nicht immer ganz so einfach. Ich könnte dieses „Problem“ einfach ändern, doch Qualität, Sicherheit, Lage und vieles mehr ist mir sehr wichtig. Was mich auch plagt, aber zum Reisen dazu gehört, ist der Abschied von Lieb gewonnen Leuten. Ich musste mich unterwegs nicht nur von Martina verabschieden, sonder auch von vielen „normalen Touristen“, Einheimischen und Weltenbummlern. Die Weltenbummler unter sich sind schon ein eigenes Volk und dank Internet gut miteinander Vernetzt. Aber auch ohne Internet funktioniert das Buschtelefon untereinander sehr gut, denn wenn man jemanden neuen trifft kennt diese Person sicher jemanden, der mir schon mal den Weg gekreuzt hatte.

 

 

Ich werde oft gefragt was mir denn am besten gefallen habe. Nur eine Antwort zu geben ist unmöglich, denn sehr viele kleine Momente und Erlebnisse machen die ganze Reise zu einem Ganzen. Viele kleine Teile ergeben am Schluss ein ganzes Puzzle. Ich bin mit meinem Puzzle mehr als zufrieden, es läuft alles so wie erträumt. Ich bin froh das Puzzle nicht nur in meinen Fantasien zusammen gefügt zu haben, sondern den Schritt gewagt zu haben es auch in die Realität um zu setzten. Was nützt einem ein voll gefülltes Bankkonto wenn das Bankensystem zusammen fällt? Nichts! Mein Konto an Erlebnissen, Begegnungen, Erfahrungen und vielem mehr kann die Börse nicht beeinflussen, das ist bis zu meinem Lebensende gut gefüllt und wertvoller als Gold.

Weihnachten verbrachte ich am Saint-Laurent River neben einem Leuchtturm. Die Festtage am Meer zu verbringen war meine Motivation gewesen zügig von West nach Ost zu fahren. Einige Zentimeter Schnee bescherten mir sogar weisse Weihnachten. Einen Baum fand in meinem Wohnzimmer keinen Platz, dafür Leuchtete mein Leuchtturm umso heller in die schwarze Nacht hinaus. Mein Festtagsmenu bestand aus französischem Raclette das ich auf meinem mit Kerzen betriebenem Racletteöfeli zubereitete. Zur Nachspeise gab den von mir so geliebten Panetone aus Italien. Gesungen habe ich nicht, das ist vermutlich aber auch besser so sonst wäre der Leuchtturm vielleicht noch ins Wanken gekommen.

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