Am nächsten Sonntag werde ich in Vancouver eintreffen. Diese Stadt ist die erste und wohl einzige von meiner Kanada Tour. Ich mag Städte gar nicht, doch auf Vancouver freue ich mich sehr!

 

Alle Suchaktionen haben nichts genützt, die Maus war noch immer in meinem Camper. Ich hatte während einigen Tagen Delikatessen in der Mausefalle, doch alles nützte nichts. Auch in der Nacht nach meinem letzten Bericht störte die Maus meinen Schlaf. Ich sah sie und hätte sie beinahe erwischt, doch nach 2 Stunden Katz (Daniel) und Maus (Maus) legte ich eine neue Taktik zurecht. Ich zerdrückte M&M's und legte sie in die Falle. Die Nüsse rochen zu verlockend für die Maus, deshalb war sie bald darauf eingesperrt. Das war ein langes Hin und Her. Als ich startklar war zum weiterfahren setzte ich meine Maus an einem schönen See aus und fuhr schnell davon.

Ich habe schon so viele schöne Orte zum Übernachten gefunden, dass ich viel zu verwöhnt bin. Der Platz sollte direkt an einem See liegen, sonnig sein, an ruhiger Lage, eine Feuerstelle mit Holz haben und am liebsten Gratis. Einen solchen Platz habe ich vor vier Tagen endlich wieder einmal gefunden. Ansonsten ist es sehr schwierig überhaupt einen ruhigen Platz zu finden. Die Plätze in den Provinzparks sind meistens am schönsten, doch die Parks sind um diese Jahreszeit alle geschlossen. In der Nähe von Burns Lake fand ich auch einen genialen Platz mit Feuerholz. Ich konnte nicht direkt am See parken, doch auf den schönen Wanderwegen um den See laufen. Unterwegs traf ich nicht nur die ausgewanderte Gabi mit den beiden Töchtern sondern auch einige Tiere. Die Bären haben sich wohl schon zurück gezogen für den Winter, dafür hüpften immer wieder Eichhörnchen über den Weg. Geschickt kletterten sie die Bäume hoch um sich vor mir in Sicherheit zu bringen, was aber nicht nötig gewesen wäre :-) Ein Specht hämmerte mit seinem spitzen Schnabel gegen die Bäume und erschallte damit den Wald. Ich machte einige Wanderungen und blieb zwei Nächte dort. Im Touristen Info gab es Internet und ich konnte mein Wasservorrat auffüllen. Mit einigen kleinen Geschenken mehr verlies ich diesen überraschenden Ort namens Burns Lake. Hier lässt es sich gut Leben!

 

 

In den letzten zwei Wochen war die Landschaft nicht mehr so reizend, denn es war recht flach mit vielen Höfen mit Kühen. Ich machte aber fast jeden Tag eine Wanderung von mehreren Kilometern. Manchmal gelange ich so zu einer tollen Schlucht, meistens sah ich ausser Wald und einem Bach aber nicht sonderlich viel.

An Halloween fand ich nach langem Suchen einen Platz direkt an einem See. Er lag in einem Waldgrundstück das zu verkaufen ist. Ich hatte dort meinen Frieden und konnte alle Süssigkeiten alleine essen. In Prince George bunkerte ich das Auto wieder mit Essen, Diesel und Geld und fuhr dann weiter in Richtung Süden. Obwohl der Fraser River von den Haupt- und Nebenstrassen immer wieder zu sehen ist, war es kaum möglich direkt am Fluss zu Übernachten. Auf einer Nebenstrasse fand ich einen schönen Platz zum Schlafen hoch über dem Fluss. Die Ruhe währte aber nur bis Nachts um 2 Uhr, denn danach fuhren dutzende Holzlastwagen die ganze Nacht lang an mir vorbei um in Williams Lake das Holz in die gewaltig grosse Sägerei zu bringen.

 

 

Beim Touristinfo von der Ortschaft 100 Mile House bekam ich einen guten Plan um die vielen Seen in der Umgebung zu besuchen. Dank diesem Plan fand ich den oben als genial bezeichneten Platz. Auch das Wetter zeigte sich endlich wieder einmal von seiner besten Seite, Sonne pur und praktisch windstill. Trotz sehr frischen Temperaturen wasserte ich nach 2 Monaten Pause mein Kajak wieder und fuhr einmal um den See. Auf diesen 6.5km begann an zwei Stellen das Wasser zu gefrieren. Das Eis war aber noch sehr dünn, so dass ich hindurch fahren konnte. Nach dem Sonnenuntergang wurde es sehr schnell kalt. Ich kochte und ass trotzdem draussen und machte mir ein grosses Feuer. Als ich in den Camper ging zeigte mein Thermometer -6 Grad an. Es wurde nicht mehr ganz so kalt wie vor ein paar Tagen wo es -14 Grad war. Am nächsten Morgen blieb ich lange im Camper bis es draussen etwas wärmer wurde. Am Mittag startete ich zu einer erneuten Seeumrundung. Nun war viel mehr Eis vorhanden das auch wesentlich dicker war als einen Tag zuvor. Dank der wärmenden Sonne konnte ich nach dem Kajak fahren sogar mit dem gekochten Seewasser draussen Duschen und die  Haare waschen. Am Abend machte ich wohl das grösste Feuer, das ich in Kanada hatte um den Grillsaisonschluss zu Feiern und der Kälte zu trotzen. Ich fand immer wieder Platz um noch etwas mehr Holz ins Feuer zu legen. Es war absolut ruhig und der Sternenhimmel mit dem Mond leuchtete über mir. Es war Traumhaft!

Ein paar Kilometer weiter bei einem anderen See fand ich dank der Karte einen weiteren tollen Platz. Ich staunte nicht schlecht als ich eine Eisdicke von 7cm messen konnte. Ein älteres Ehepaar wollte bereits mit dem Auto auf dem Eis einige Runden drehen, doch für ein solches Unterfangen war es doch noch zu dünn.

 


 

In den letzten zwei Wochen organisierte ich viel für die bevorstehende Rückkehr in die Schweiz. Ich habe ab mitte Januar bis Ende Februar bereits ein grosses Programm zusammen gestellt. Die Rückverschiffung ist noch nicht gebucht, doch sonst ist vieles abgemacht und gebucht. Ich freue mich insbesondere auf den 28.1.2012 und hoffe auch Dich bei meiner Rückkehr wieder zu sehen. Bis es aber so weit ist muss ich wieder in den Osten von Kanada fahren, das sind noch mindestens 6'500km.

Von Kanada II gibt es ein neues Fotoalbum.

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