Weil der Wanderweg hier beim Kinaskan Lake wegen weggespülten Brücken unpassierbar wurde kehrte ich früher vom Wandern zurück und kann nun einige Büroarbeiten erledigen. Einige Tage lang begleitete mich eine kleine Maus. Woher sie kommt und wohin sie will ist mir unbekannt. 



Nach einem schlaflosen Nachtflug zurück nach Anchorage (Alaska) hatte ich am morgen früh schon gedrängtes Programm. Der Vivaro und die Reservekanister mussten mit Diesel zu einem Preis von 1.04 Fr/L gefüllt werden. Bei Fred Meyer wurden die Vorräte aufgestockt und dank Ausverkauf noch einen neuen Benzinkocher gekauft, in der Schweiz kostet er knapp 200 Franken mehr! In der Autowerkstatt hatte ich vor zwei Wochen einen Termin reserviert und neue Reifen bestellt. Ich war totmüde und hoffte, dass es schnell erledigt ist um bald schlafen gehen zu können. Nach 2 endlosen Stunden wurde ich gerufen, doch es waren noch immer die alten Reifen montiert. Es wurde mir gesagt, dass die vorgesehenen Reifen zu schwach für meine 2.9 Tonnen sind. Es wurde heftig diskutiert, doch ich lehnte alle Vorschläge wie Sommerreifen, grössere Reifen und Jahresreifen ab. Sie machten dann ein paar Telefone und konnten irgendwo in der Stadt passende Reifen organisieren. Da diese Reifen aus Finnland kommen sind sie einiges teurer, aber genau die gesuchten. Obwohl in zwischen bereits der Mittag näher rückte wurden sie geliefert und der Mechaniker montierte sie über den Mittag auf dem Vorplatz weil der Autolift nicht für meine Fahrzeuglänge ausgelegt war. In der Zwischenzeit schlief ich fast im Stehen ein, doch nach langem warten auf die Rechnung konnte ich die Stadt endlich verlassen. Ausserhalb der Stadt musste ich ersteinmal einen Parkplatz ansteuern, denn ich war total übermüdet. Nach 2 Stunden Schlaf konnte ich weiter fahren und bald einen geeigneten Platz zum Übernachten anpeilen. 

Der Platz am Fluss war so schön gelegen, dass ich gleich 2 Nächte blieb um den Schlafmangel wett zu machen. Auf dem von Bergen umgebenen Glenn-Hwy  ging die Reise weiter in Richtung Kanada. Die Seen sind am zufrieren und am Rand der Flüsse hat es auch schon eine Eisschicht und in der Mitte fliessen Eisschollen den Fluss hinunter bis sie bei einem Hindernis hängen bleiben.  Meistens waren die Strassen in einem guten Zustand, teils bewährten sich die neuen Reifen aber auch schon auf Schnee und Eis. Auf dem Alaska-Hwy erreichte ich den Grenzposten zu Kanada. So einfach hätte ich mir die erneute Einreise nicht vorgestellt, so zusagen im vorbeifahren erhielt ich einen neuen Stempel. Ich hatte keine 3 Minuten am Zoll und schon könnte ich wieder für 6 Monate in Kanada sein. Die definitive Heimkehr ist aber bereits am 28.1.2012.

 


 

Entlang der Berge des Kluane Nationalparks ging es weiter gegen Süden. In Heines Junction beschloss ich spontan nochmals einen Abstecher nach Alaska zu machen. Auf dem Weg nach Heines sah ich immer wieder zu den Bergen des Kluane Parks. Einen Zugang ist aber fast nicht möglich, so genoss ich die Aussicht aus der Ferne. Vor dem Zoll ging die Strasse steil bergab in ein Tal. Dank der grünen Karte im Pass war die Einreise nach Amerika kein Problem. Nach dem Zoll hatte es ein grosses Flussdelta wo es massenhaft Weisskopfseeadler hatte. Überall sah man sie in den Bäumen sitzen. In einem ausgetrockneten Flussbett posierte eine Elchkuh mit einem Jungen für meine Fotosammlung.

 


 

Hinter Heines, am Chillkot River hatte es massenhaft Möven, einige Adler und drei Braunbären. Das waren meine ersten Braunbären die ich gesehen habe, denn alle anderen Bären waren Schwarzbären oder Grizzlybären. Die Bärenmutter versuchte sich im Fischen, doch sie holte mehr tote Lachse aus den Fluten als lebendige. Die Lachssaison ist definitiv vorbei.

Mit der Fähre schiffte ich bei Sturm nach Skagway. Auf dem Whitepass, der Schneebedeckt war reiste ich wieder nach Kanada ein. Obwohl ich den nötigen Stempel bereits hatte waren die beiden Beamten so mühsam. Ich musste allerlei Dokumente vorweisen die dann auch genau überprüft wurden. Nach langen Diskussionen und ¾ Stunden Bearbeitung konnte ich endlich wieder nach Kanada einreisen. Ob ich eine Autoversicherung oder so was habe interessierte sie nicht. Das Auto wurde gar nicht beachtet. Zum Glück auch nicht, denn seit ein paar Tagen reisst ein blinder Passagier mit mir mit. Eine Maus fühlt sich bei mir wohl.

In Whitehorse musste ich Waschen, Diesel füllen, Lebensmittel bunkern, Mails erledigen und eine Mausefalle kaufen. Nach einem Spaziergang dem Yukonriver entlang gönnte ich mir im Pizza Hut eine Pizza. Es war wohl die beste Pizza die ich je hatte! Die Mausefalle füllte ich mit leckerem Pizzateig und zur Nachspeise mit etwas Schokolade. Am nächsten Morgen war die Maus aber noch immer nicht gefangen.

Mangels Alternativen musste ich bis kurz vor Watson Lake 400km auf einer bereist im August gefahrenen Strecke zurück legen. Die Strasse war teils in einem eisigen und Schneebedeckten Zustand. Es liegt nur ganz wenig Schnee, doch das Thermometer zeigte bis zu -8 Grad an. 200 Meter vor mir gab es bei einem entgegen kommenden Lastwagen einen Knall und eine riesen grosse Wolke. Der Reifen platzte und riss auch ein grosses Stück vom Anhänger ab. Wäre ich ein paar Meter näher gewesen hätte mich ein grosses Teil vom Anhänger erwischt, ich hatte grosses Glück gehabt.

Auf dem Hwy 37 bin ich nun unterwegs Richtung Prince George und Vancouver. Die schmale Strasse mit steilen Passagen und einem tiefen Seitengraben ist zum Glück noch gut zum befahren. Bei der nächsten Schlechtwetterfront kann es aber total anders aussehen und Teilstücke können für ein paar Tage gesperrt sein. Um nicht blockiert zu werden fahre ich zügig weiter in den Süden wo ab Kitwanga der Hwy 16 breiter und besser Ausgebaut sein sollte.

 

 

Da auch nach 3 Nächten noch keine Maus in der Falle war machte ich bei einem schönen See und Sonnenschein die Aktion „Raus mit der Maus“. Ich vermutete ihr Camp bei der Wohnraumbatterie. Um dort hin zu kommen musste so einiges weggeräumt und abgeschraubt werden. Da waren aber keine Spuren der Maus zu finden. Nach einer Kontrolle der Kabelanschlüsse machte ich mich weiter auf die Suche nach der Maus. Ich räumte sehr viel aus und machte auch gleich eine neue „Zimmerordnung“. Vieles was ich im Sommer und Herbst brauchte verstaute ich in den Kisten um mehr Platz für die Winterausrüstung zu haben. Dass die Demontage des Mückennetzes bei der Schiebetüre ein total anderes Raumgefühl vermittelt hätte ich niemals gedacht. Die ganze Aktion war sehr erfolgreich, doch die Maus habe ich nicht gefunden. Ob sie noch immer mit mir unterwegs ist oder einen neuen Wohnort gefunden hat kann ich nicht sagen. Seit 2 Tagen habe ich keine neuen Spuren mehr gefunden.

 zurück

home

weiter