Wo gibt es eine Strasse auf 4'205 Meter, Vulkanlandschaften, Regenwald, Meer, Schildkröten und vieles mehr? Genau, mitten im Pazifik auf Hawaii. Die Insel Big Island die etwa einen drittel so gross ist wie die Schweiz bietet so viel Abwechslung wie es kaum wo vorkommt.


Das tolle am Reisen ist, dass man auch spontan etwas ausserplanmässiges erleben kann. Der Abstecher nach Hawaii war nie geplant und ergab sich durch Zufall. Im Denali Nationalpark lerne ich Yuki und Markus aus Kona auf Hawaii kennen. Die beiden waren so mutig mit mir zu den Bären zu laufen um sie besser zu sehen. Beim abendlichen Nachtessen erzählten die beiden so viel tolles über Hawaii, dass ich spontan sagte, dass ich gerne einen Besuch machen würde. So unter uns gesagt, ich wusste gar nicht genau wo Hawaii liegt, ich musste erst meinen Globus betrachten. Beim nächsten Internetempfang buchte ich gleich einen Flug und sass ein paar Tage später bereits im Flieger. Von Anchorage flog ich 6 Stunden nach Honolulu und nach dem Umsteigen nochmals 40 Minuten bis auf Big Island.

Markus holte mich am Flughafen ab und kurze Zeit später waren wir bei ihm zu Hause. Da die Sonne bereits nach 18 Uhr untergeht war es schon dunkel, aber noch immer sehr warm. Der Ventilator im Zimmer war eine gute Erfrischung, doch es war mir in der Nacht immer noch sehr warm. In den ersten Tagen brachte mich Markus jeweils an einen schönen Strand oder nach Kona und holte mich nach dem Kundenbesuch als Solarfachmann wieder ab. Dank den guten Ortskenntnissen gelangte ich an die schönsten Orte der Insel. Viele Sandstrände gibt es nicht, denn es ist eine Vulkaninsel.

Während 6 Tagen mietete ich ein Auto um die sehr abwechslungsreiche Insel zu erkunden. Zuerst ging es an einen Strand wo ich ausgiebig badete. Da ich alles andere als einen Strandlieger bin ging es bald weiter zum Aussichtspunkt des Pololu Valley. Der Blick in die sattgrüne Landschaft erfreute mein Auge, denn zuvor fuhr ich durch trockenes Weideland wo Kühe und viele Pferde weideten. Der Blick von oben genügte mir nicht, so machte ich mich auf den beschwerlichen Weg zum Strand der schwarzen Sand hat. Es war wunderschön. Der steile Aufstieg brachte mich ordentlich ins Schwitzen, doch es hatte sich gelohnt. Die Suche nach einem Übernachtungsplatz war nicht einfach, so beschloss ich weiter zu fahren und die erste Nacht in der Höhe zu verbringen. Dies hatte mehrere Vorteile, denn in der Höhe war es kälter und ich konnte mich an die dünnere Luft gewöhnen. So fuhr ich von Meereshöhe bis auf 3'000 Meter. Für das Zelt gab es keinen geeigneten Platz weil alles aus Lava bestand, so schlief ich im Auto. Ich konnte die Sitze Herunterklappen und die Isoliermatte auslegen, so hatte ich ein flaches Bett.

 


 

Am nächsten Morgen nahm ich die üble Wellblechpiste in Angriff und fuhr auf den 4'205 Meter hohen Mauna Kea. Das hätte ich vor zwei Wochen noch nicht gedacht, dass ich einmal auf eine solche Höhe fahren werde, denn in der Schweiz und Europa hat es keine Strassen, die so hoch hinauf gehen. Die Luft war dünn und das Panorama umwerfend. Es gab einige Wege zu erkunden, die ich langsam und tief schnaufend zurück legte. Nebst den riesen grossen Lavafeldern hatte es viele grosse Teleskope auf dem Berg wo jede Nacht die Sterne und Planeten beobachtet werden. Am Nachmittag hatte ich die Gelegenheit das Observatorium Keck 1 zu besichtigen was sehr eindrücklich war. Ich sah den grossen Spiegel, allerdings nichts vom Himmel. Beim Sonnenuntergang  hatte es viele Leute auf dem Berg die dieses Schauspiel sehen wollten. Es hatte sich gelohnt zu warten, denn der Himmel glühte in den verschiedensten Rottönen. Trotz vielem Trinken bekam ich leichte Kopfschmerzen, da zog ich es vor nicht auf dem Berg zu übernachten sondern wieder beim Besucherzentrum auf 3'000 Meter. Beim Center war eine menge los, alle wollten durch die Teleskope schauen. Der Blick zum Mond war so grandios wie ich ihn noch nie gesehen habe. Die Sterne waren auch schön, allerdings noch immer recht klein.

Die Fahrt nach Hilo wurde mit jedem Höhenmeter den ich zum Meer fuhr grüner und dichter. Beim Akakafall war ich definitiv im Dschungel angekommen, nur die Affen fehlten. Sehr hohes Bambus und viel Dickicht säumten den Weg. Der Wasserfall ist in einem grossen, sattgrünen Kessel. Es ist einer der schönsten Wasserfälle die ich je gesehen habe und sicher noch eindrücklicher wenn er mehr Wasser hat. Auf dem Weg nach Honokaa fuhr ich wenn immer möglich auf der alten Ringstrasse. Diese Strasse war schmal und führte meist durch dichten Regenwald in dem die Vögel zwitscherten. Ich genoss es richtig und es kam wieder die Sehnsucht nach Südamerika auf.

Die dritte Nacht verbrachte ich direkt am Meer in einem schönen Park. Hier wäre das Zelten möglich gewesen. Weil es aber stark windete und ich von der Grösse meines geliehenen Zeltes keine Ahnung hatte zog ich es vor nochmals im Auto zu übernachten. Den warmen Abend verbrachte ich sehr lange am Meer wo die Wellen gegen die Steine krachten.

 


 

Der sehenswerte Leuchtturm stellte sich als Falschmeldung heraus, dafür war die Küste aus Lava sehr eindrucksvoll. Das Meer toste und erschütterte durch die Wellen den Boden unter mir, ein riesen Schauspiel. Die Küstenstrasse nach Kalapana bot immer wieder eindrückliche Blicke auf das Meer und in den Urwald. Einige Wellenreiter versuchten ihr Glück und hofften auf grosse Wellen die auch immer wieder gegen die Steine krachten.

Der südlichste Punkt von Hawaii ist zugleich auch der südlichste Punkt der USA. Die Landschaft ist noch immer so wie zu Urzeiten, kein Kassenhäuschen, keine Souvenirhändler, keine Essensstände, welch eine Freude! Auf der Südseite dieses Punktes hatte es meterhohe Wellen die an Land krachten, auf der Westseite war das Meer eben und zahm. Der Unterschied hätte grösser nicht sein können.

Im Vulcano National Park stellte ich mein Zelt für zwei Nächte auf dem Kostenlosen Campingplatz auf und machte manche Wanderungen. An der Küste hat es unendlich grosse Lavafelder auf denen man Laufen kann. Vor ein paar Wochen floss noch flüssige Lava ins Meer, doch als ich dort war konnte ich dieses Schauspiel leider nicht mehr sehen. Beim grossen Krater auf 1'200 Meter steigt heissen Dampf auf. Am Abend wenn es dunkel ist verfärbt sich der Rauch rot von der Heissen Lava im Krater. Nach 677 Meilen habe ich sehr viel abwechslungsreiches gesehen und gab mein Dodge Mietauto unversehrt wieder ab.

Die Weltmeisterschaften des Ironman musste ich einfach gesehen haben. Die 53 Schweizer brauchten meine Unerstützung gegen die harten Bedingungen der Natur. Bereits um 6.30 Uhr mussten sie im offenen Meer 3.8 Kilometer Schwimmen. Anschliessend ging es mit dem Rennrad durch die heissen Lavafelder. Nicht nur die Hitze von bis zu 40 Grad acht den Athleten zu schaffen, sondern auch der teils starke Wind. 180Km mussten so bewältigt werden. Ich wäre schon lange erschöpft zusammen gebrochen, doch die Athleten mussten zum Abschluss noch einen Marathon rennen! Die sind ja wahnsinnig!

 


 

Nach 8 Stunden schwerster Arbeit erreichte der erste das Ziel. Einer nach dem anderen lief über die Ziellinie und konnte stolz sein auf seine Leistung. Jeder einzelne Athlet wurde mit Namen begrüsst. Ich konnte mir direkt vor dem Ziel den besten Platz ergattern und sah so wie sich jeder einzelne Freute. Die Emotionen auf den letzten Metern waren unbeschreiblich. Egal ob es nun der erste oder 600. Platz war, alle feierten wie es einen Sieg war. Der schönste Siegestanz bot einmal mehr die Schweizerin Natascha Badmann. Sie gewann dieses Rennen bereits 6 Mal, wurde aber wegen einem Unfall vor ein paar Jahren von der Weltspitze verdrängt. Sie sicherte sich den guten 14. Platz und freute sich sehr darüber. Sie lies sich von den Fans abklatschen und feiern. Als sie auf meiner Höhe war rief ich ihr zu und sie kam zu mir. Das Handshake klappte nicht ganz, denn die grosse Schweizer Flagge fiel zu Boden. Sie las sie wieder auf und schritt dann über die Ziellinie. Es war ein grossartiger Tag mit viel Programm vielen Zuschauern und noch viel mehr Emotionen.

Die letzten Tage auf der Insel verbrachte ich am Meer mit baden und dem Beobachten von Riesenschildkröten. Endlich konnte ich sie einmal ausserhalb des Wassers sehen. Nach 2 Wochen die viel zu schnell vorbei gingen hiess es von Yuki und Markus abschied zu nehmen. Vielen herzlichen Dank für die grosszügige Gastfreundschaft!

Auf dem Flughafen von Honolulu gab es nochmals meine Lieblingspizza, die Pizza Hawaii, bevor es zurück nach Alaska ging. 

Für Hawaii habe ich ein spezielles Fotoalbum erstellt.

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