Zurzeit geniesse ich Ferien am Muncho Lake. Der Ranger versorgt mich mit Brot und meine Nachbarn gehen heute für mich ins nächste Dorf einkaufen. Die Strecke bis Fort Nelson, dem nächsten Geschäft, beträgt 250 km, pro Weg!!! Wenn alles klappt habe ich heute Abend wieder Brot, Milch Kartoffeln, Blumenkohl und viel Fleisch. So lässt es sich gut leben und ich werde noch einige Tage länger an diesem tollen See bleiben.

Bei Sturm und Regen verliess ich Yelloknife wieder auf dem selben Weg wie ich schon gekommen bin, denn eine andere Strecke gibt es nicht. Über den mächtigen Mackenzie River schiffte mich eine Gratisfähre. Im Winter führt die Strasse über das Eis zum anderen Ufer, doch während dem Zufrieren und Auftauen ist Yelloknife nur über den Luftweg erreichbar. Ende des nächsten Jahres sollte die gigantische Brücke fertiggestellt sein um Yelloknife ganzjährig anfahren zu können. Die Brücke ist aber sehr umstritten da sie 150 Millionen Franken kosten wird.

 

 

 

Die Strasse bis Fort Nelson ist sehr eintönig und vom Wald geprägt. Es hat ein, zwei schöne Wasserfälle und einen schönen Park am Liard River, doch sonst gibt es nicht viel zu sehen. Eine Nacht habe ich an einem Fluss verbracht bei dem es von Mücken wimmelte, doch sonst war es ganz schön. Als ich am Morgen aufwachte und aus dem Fenster schaute sah ich einen Bären der 5 Meter vor meinem Camper vorbei marschierte. Er interessierte sich aber weder für mein Auto noch für mein Nutellabrot. In den zwei kleinen Indianerdörfer auf dieser 1100km langen Strecke fühlte ich mich eher fehl am Platz, so verweilte ich nicht lange in diesen Dörfer die von Armut bestimmt waren. Die Strasse war nicht so schlimm wie es so manche Leute gesagt haben. Es war aber eine staubige Angelegenheit auf dieser Schotterpiste. Die Staubwolke war einige hundert Meter lang und das Heck des Vivaros dementsprechend schmutzig. In Fort Nelson gab es eine kurze Autowäsche, doch mit 2 Franken pro Minute war es schon extrem teuer.

 
Da es regnete ging ich einkaufen und verbrachte viel Zeit im Internet. Ich habe wieder viele Reiseberichte gelesen und mich über den Yukon und Alaska informiert. Ab jetzt fahre ich auf dem Alaska HWY. Die Strasse ist gut ausgebaut und wird von manchen Lastwagen und noch viel mehr Camper befahren. Auf dem Summitpass blieb ich spontan 3 Nächte und machte wunderschöne Wanderungen. Insbesondere der niedliche, smaragdgrüne Flower Lake bleibt mir in bester Erinnerung.Auf dem Weg zum Muncho Lake hatte es einige Karibus und Bergziegen. Auf dem 15 plätzigen Campingplatz traf ich schon früh ein und konnte einen wunderbaren Platz direkt am See ergattern. Die Lage ist nicht zu überbieten, deshalb blieb ich auch hier ausserplanmässig für einige Nächte. Dank der Unterstützung vom Ranger und meinen Nachbarn kann ich noch länger hier bleiben. Das Wetter hier in den Bergen ist extrem wechselhaft, Regen und blauer Himmel wechseln sich fast im Viertelstundentakt ab. Die Sonne hat aber oftmals überhand, so dass es nicht so schlimm ist.
 

Die Vorbereitungen für die Yukontour läuft auf Hochtouren. Damit die  Ausrüstung unterwegs nicht versagt wurde alles getestet und gereinigt. Beim Benzinkocher löste ich jede Schraube und der Keramik Wasserfilter wurde ebenfalls vom Schmutz befreit. Sauberes Trinkwasser und ein einwandfrei funktionierenden Kocher ist das wichtigste auf der Yukonexpedition. Das Kajak habe ich mit der gesamten Ausrüstung beladen und probe gefahren.  Da weder das Natel noch der Radio in dieser abgeschiedenen Region funktioniert kann ich nun bei einer Mitarbeiterin von der nahen Nothern Rockies Lodge ins Internet gehen. Morgen hat sie frei und wir werden gemeinsam mit dem Kanu den See befahren, ich freue mich.

Das Fotoalbum wird laufen aktualisiert!

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