Ab dem 60. Breitengrad, das ist leicht nördlicher als Helsinki (FI), beginnt das Northwest Territories. Auf dem Parkplatz der Touristinfo und des Campings wimmelte es nur so von „Killerbienen“. Die flogen zu hunderten um meinen Camper und waren so lebendig wie Wespen. Da ich keine Ahnung hatte ob diese Tiere Appetit auf mich haben war ich so schnell im Auto wie noch nie. Gegen 21 Uhr hörte das Surren auf und die Biester verschwanden. Mit der zeit merkte ich dass es Bulldogs waren, die nicht unbedingt auf mich los gehen möchten, aber extrem nervend sind. Einige Meter vom Auto entfernt hat man aber Ruhe und kann gut Grillen und Essen.

Da ich Zeit habe machte ich den Abstecher in den Wood Buffalo Nat. Park trotzdem. Der ganze Park, der grösser ist als die Schweiz, ist ein dichter Wald wo sich die Tiere aufhalten sollten. Es hat sicherlich welche, doch ich erblickte nur 3 Buffalo, 4 Schreikraniche, 2 Wölfe und 1 Schwarzbär. Eindrücklich war dafür aber der „Salt Plain“. In dieser grossen Steppe dringt Salz von einem früheren Meer aus dem Boden. Geplant war in dieser Gegend meinen 200. Tag zu feiern. Als ich am morgen aber aufwachte war ein beissender Geruch in der Luft und die Sicht auf die Steppe war neblig. Ich blieb bis am Mittag, konnte den Waldbrand aber nicht lokalisieren. Da die Fluchtwege sehr abenteuerlich waren beschloss ich einen sicheren Platz anzusteuern. Beim Angusloch parkte ich und machte ein tolles Feuer in der Feuerstelle. Ich war sehr vorsichtig mit dem Feuer und schaute das keine Glut durch die Luft fliegt. Die Würste und Kartoffeln schmeckten lecker. Ich genoss den warmen Abend und legte immer wieder Holz ins Feuer. Gegen 21 Uhr bemerkte ich dass der eine Reifen platt war. Als die Bulldogs gegen 22.30 Uhr davon schwirrten machte ich mich an die Arbeit und wechselte der Reifen. Ich blieb sehr gelassen, denn ich wusste dass dies schon lange hätte passieren können. Am anderen Tag wurde nach 200 Meter die Schotterstrasse zur Asphaltstrasse, Pech gehabt....

Die 600km bis nach Yelloknife waren zum Glück in einem guten Zustand und ich blieb nicht auf der Strecke liegen. Der Nadelwald lockerte sich ab dem Nordarm des Great Slave und die Strecke wurde abwechslungsreicher. Der Weg schlängelte sich durch Sümpfe, Taiga und durch die rötliche Felsenlandschaft des Kanadischen Schilds. Wegen dem auftauenden Permafrostboden wurde die Strasse aber sehr uneben.

Dank einem guten Hinweis zu einer Werkstatt wurde der Plattfuss rasch behoben. Die anschliessende Fahrzeugbesichtigung war dann das tollste für den Mechaniker. Auf dem Tresen sah ich eine dieser tollen Autokontrollschilder liegen. Hier sind die Nummern auf einem Blech das in Form eines Eisbären zugeschnitten ist. Ich fragte so aus Spass ob ich diese Nummer nicht haben könne als Souvenir. Da die neuen Schilder mehr blau aufweisen und jene auf dem Tresen nicht mehr gültig ist wurde mir sie prompt geschenkt!

Die letzten 5 Nächte verbrachte ich entlang des Ingrahm Trail. Diese 70km lange Strasse ab Yelloknife führt durch einsamste Gebiete mit unzähligen Seen. Hier verbringen die Städter ihre Freizeit mit dem Kanu oder Motorboot. Entlang dieser Traumstrasse fand ich ruhige Seen und genoss das heisse Wetter vom Kajak aus. Direkt am Wasser Campte ich und schaute wie Möwen und Adler ihre Runden drehten und wie eine Maus und ein Fuchs um mein Camp schlichen. Im Winter beginnt am Ende dieser Strasse die über 500km lange Ice-Road zu den Diamantminen. Das wäre sicherlich auch ein Erlebniss, doch dann ist es mindestens 70 Grad Celsius kälter als jetzt....Brrrrrr

Das Fotoalbum wird laufen aktualisiert!
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