Nach 2'000km Flachland erfreute ich mich an dem hügeligen Gelände rund um den Buffalo Jump. An dieser Stelle trieben früher die Indianer die Büffelherden über einen Abgrund und kamen so zu ihrer Nahrung. Die hervorragende Ausstellung über diese Jagt die bis zu zwei Wochen dauerte und der Film dazu waren sehr eindrücklich. Die Klippe selber war enttäuschend klein, doch das grossartige Panorama machte alles wieder gut.

 

Die Anfahrt zu den Gipfeln der Rocky Mountains war dann nicht mehr weit, doch die Berge waren noch in Wolken verhüllt. Die Wolken lösten sich nur langsam auf, so stand ich auf einmal vor den imposanten Bergen. Ich sehnte mich so lange nach ihnen und jetzt stehen sie auf einmal direkt vor mir in einer langen Kette. Für 67.70 Dollar kaufte ich mir den Jahrespass von Parks Canada um die Nationalpärke in aller Ruhe zu besuchen. Ansonsten würde der Tageseintritt 7.80 bis 9.80 Dollar kosten.

 

Der Watertonpark grenzt an Amerika und war das erste Ziel in den Bergen. Der Frühling hat noch nicht lange Einzug gehalten und in den höheren Lagen hat es auch noch Schnee. Ich wäre so gerne mit dem Kajak auf dem grossen See gefahren, doch der sehr starke Wind und die Topografie liessen es ohne Risiken einzugehen nicht zu. So genoss ich im Windschatten meines Campers die hohen Berge. So steil und mächtig wie die Berge in den Himmel ragen so explosiv steigen nun auch meine Übernachtungskosten. Da ich in den letzten zwei Monaten immer Wild Campiert habe beliefen sich die Kosten bisher bei sehr bescheidenen 45 Dollar. In den nächsten zwei Monaten werde ich grösstenteils auf Campingplätzen verbringen, das liegt auch voll in meinem Budget.

 

Da in den höheren Lagen noch Schnee liegt kommen die Bären an jene Orte die auch für die Menschen zugänglich sind. Ich fand zwei Bärenmüttern mit je zwei Jungen die auf Futtersuche waren. Die frischen Gräser schmeckten vorzüglich und jeder Stein wurde gewendet und geschaut ob es auch dort war zum essen gibt. Mit dem nötigen Respekt und Vorsicht konnte ich mich recht nahe ran schleichen und endlich tolle Fotos machen.

 

Auf dem Campingplatz suchten die Rehe nach Essbarem und der Boden war von Erdmännchen total unterhöhlt. Die zum braten bereitgelegte Cervelat lies ich nur ganz kurz aus meinen Augen und schon war eine ganze Wurst verschwunden. Weder ein Bär noch ein Reh waren die Diebe sondern ein Raabe. Der Angriff auf die zweite Wurst konnte ich im letzten Moment noch abwehren. Ob der Raabe mit dem Bären zusammenarbeitet konnte nicht ganz geklärt werden.

 

Auf dem Belly River Camping machte ich zu fuss einen Rundgang und sah auf der Zeltwiese einen Bären der wegen mir ins Gebüsch flüchtete. Kurze Zeit später stellte eine Gruppe Jugendlicher an dieser Stelle ihre Zelte auf. Ob die auch dort übernachten würden wenn sie wüssten dass ein Bär in unmittelbarer Nähe ist?

 

Während dem Kochen konnte ich auf der grossen Wiese vor meinem Camp zwei Rehe beobachten und einen anderen Bären der auch auf Futtersuche war. Diesmal lag aber noch ein Fluss zwischen meiner Aussenküche und dem Bären. Trotz Bären fühlte ich mich jederzeit Sicher und schlief tief und fest. Das Wetter blieb während den ganzen 5 Tagen sehr wechselhaft und der kühle und starke Wind liessen mich einfach nicht Kajak fahren. Neben zwei Wapidis erblicke ich beim verlassen des Parks noch ein Reh mit einem Neugeborenen. Sie blickten ganz süss in meine Kamera bevor sie ins Gebüsch flüchteten.


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