Diese Etappe führte mich von Halifax Nordöstlich bis nach Mugrave. Heute geht es über die Brücke in Richtung Cape Breton und später dann von Sydney (Kanada!!! natürlich...) mit der Fähre nach Neufundland um Grönländische Eisberge zu bestaunen.

 

Die Fahrzeugeinfuhr klappte bestens und innert kürze konnte ich vom Terminal fahren. Innen war alles so wie ich es verstaut hatte und auch im Lack gab es keine neuen Kratzer. Auf der Autobahn ging es erstmals aus der Stadt um im Shoppingcenter die Lebensmittel aufzufüllen und meine Wohnung wieder reisetauglich zu machen.

Noch recht planlos wollte ich ersteinmal die Stadt verlassen und fuhr deshalb Richtung Südwest ans Meer. Bei Peggys Cove lies ich mich vom Leuchtturm, der auf Granitfelsen steht, verzaubern. Bei Traumhaftem Wetter war ich ganz alleine an diesem meist fotografierten Sujets von Kanada. Wenige Kilometer weiter parkte ich für die Nacht beim Swissairdenkmal bei dem an den Absturz von 1998 erinnert wird. Die zwei Gedenksteine an die 229 Todesopfer vom Flug 111 wurden würdevoll in die grossartige Granitlandschaft integriert. Ich hüpfte lange von einem Fels zum Fels dieser tollen Küste entlang.

Jetzt wo ich die Strassenverhältnisse kenne und einwenig von der Umgebung gesehen habe konnte ich viel eher eine Route festlegen. Das abendliche Studium der Karten und Reiseführer ergab, dass ich die Richtung ändern werde und der Küste Nordöstlich von Halifax bereisen werde.

Zwei unerschrockene Surfer beendeten gerade ihre Aktivitäten im wilden Atlantik als ich am Lawrencetown Beach parkte. Ich wurde sogleich von Jörg angesprochen ob ich denn aus der Schweiz käme. Spontan lud er mich zu sich und Julie ein um die Nachmittagsstunden gemeinsam zu verbringen. Im gemütlichen Apartment plauderten wir und machten Spiele während dem es draussen stürmte und regnete. Es waren gemütliche und interessante Stunden, Herzlichen Dank für die Einladung!

Wieder „on Tour“ folgte ich immer möglichst nahe am Wasser dem Küstenverlauf. Der eine oder andere Abstecher endete bei Häusern oder in Sackgassen, doch ich fand auch ganz schöne Abschnitte zum verweilen. An einem tollen Strand parkte ich mit tollem Blick auf das Meer und richtete mich gemütlich ein. Kurz vor Sonnenuntergang wurde mir der Platz aber doch noch zu unsicher, denn mit der Flut ist das Meer angestiegen und grosse Wellen krachten an den Stand. Da ich bei der Platzauswahl stark auf die Sicherheit sowie Sichtschutz von Strassen und Häusern achte platzierte ich mich noch um. In einem abgelegenen Industriegebiet fand ich einen geeigneten Stellplatz für die Nacht. Als ich schön am Einschlafen war fuhren zwei Polizeiautos vor und polterten an meine Scheiben. Nach der Überprüfung von meinem Pass durfte ich dort übernachten.



In Sherbrooke fand ich eine Unterkunft mit lauter Schweizerflaggen. Es interessierte mich sehr wer da wohl Leben würde. So ging ich rein und machte Bekanntschaft mit Ursula und Fred. Die beiden stehen noch in der Saisonvorbereitung ihrer Riverldge, doch mein Besuch erfreute sie und ich wurde für die Nacht eingeladen.

Östlich vom Port Shoreham Beach Prov. Park verfluchte ich mich und das neue Navi weil ich eine Lehm- und Sandpiste zur Küste genommen habe, Ich mahlte mir schon aus wie ich wieder an die Hauptstrasse gelangen würde als die Stichstrasse genau am Meer endete. Ich fand mich mitten in der Wildnis wieder, an einem Kilometer langen Strand. Schnell waren die Ängste verflossen und ich nahm diese grossartige Kulisse für mein Nachtlager. Bei tollem Sonnenschein erkundete ich meinen Privatstrand und war überglücklich. Am anderen Morgen holte ich das Kajak vom Dach und machte einige Kilometer auf dem Meer. Ausserhalb der geschützten Bucht tosste aber der Wind und die Wellen waren deutlich höher. So kehrte ich frühzeitig wieder zurück. Das Wetter kann sich sehr schnell ändern und der Wind kommt immer wieder von einer anderen Seite. Das kam ich schon vor einigen Tagen zu spüren bei der ersten Kajaktour die 16km lang war. Die letzten zwei Kilometer waren ein echter Kampf gegen Wind und Wellen. Mit der Gewissheit immer wieder an Land gehen zu können und das Kajak mit dem Auto zu holen war beruhigend, doch erschöpft aber überglücklich schaffte ich es bis nach Hause. 

Das Fotoalbum wird laufen aktualisiert!

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