Das Schiff mit meinem Camper fuhr einige Tage später ab als geplant, doch mir wurde zugesichert dass ich das Auto wie geplant in Kanada abholen könne. Um die Zeit gut zu machen fuhr das Schiff zwei Häfen weniger an. So stoppte der Frachter nur noch in Antwerpen und Liverpool bevor es über den Atlantik ging.

Die Tage in Deutschland gingen ganz schnell vorbei, denn es war immer etwas los. Höhepunkt war ganz klar eine Kuh-Auktion in Karow. Matthias und ich sassen ganz vorne im Ring und verfolgten das Geschehen interessiert. Die Auktion selber ist nur ein kleiner Teil vom Handel, denn vor und nach dem Steigern gingen die Geschäfte und Besprechungen erst richtig los. Mit Getränken und einem riesen grossen Buffet wurde auch viel für das Kulinarische geboten. Hamburg bekam ich noch Besuch von Eva, welche ich auf den Hurtigrouten 2008 kennenlernte. Bei schönem Wetter liesen wir es uns nicht nehmen eine Hafenrundfahrt zu machen um mehr vom Frachthafen zu erfahren. Bei tollem Frühlingswetter ging ich noch einige Tage wandern und zelten. Es ist schon faszinierend bis wie weit ins Landesinnere die Ebbe und Flut auch bei kleinen Flüssen zu beobachten ist.
 

Am Samstag den 26.3 um 4.40 Uhr ging es dann richtig los mit dem Traum von Kanada. Matthias und Andreas, bei dem wir bereits an Silvester waren und ich auch jetzt einige Tage zu Gast war, fuhren mich an den Flughafen. Wir waren zeitlich gut drin, so dass ich auch noch für ein Frühstück Zeit hatte. Um 7.45 Uhr hob die Lufthansa-Maschine in Richtung London ab. Über London mussten wir noch einige Kreise ziehen, doch leider war der Himmel Wolkenverhangen und die Sicht auf das Land nicht möglich. Das Umsteigen von Terminal 1 zu Terminal 3 gestaltete sich sehr einfach und ohne Stress. Mit Air Canada flog ich dann weiter nach Halifax in Kanada. Im Flugzeug musste ich schon mal ein Zollformular ausfüllen. Dank Mithilfe meiner Platznachbarin habe ich auch die eine oder andre Lösung der Fragen gefunden. Der Überflug von Kanada bestätigte mir dass der Frühling nicht mehr weit ist und es so aussieht wie erhofft.

Im kleinen Flughafen von Halifax wurde mein Pass kritisch unter die Lupe genommen und das Formular ausgewertet. Ich wurde aussortiert und musste mich bei der Immigration anstellen. Die drei Beamten hatten einiges zu tun, doch jeder Fall wurde genau geprüft, so auch meiner. Ich mit meinen äusserst bescheidenen Englisch Kenntnissen hatte gar keine guten Karten in der Hand. Der Dix hatte ich auch nicht dabei, denn der ist im Auto auf dem Schiff. Ich erklärte, dass ich mit meinem Camper nach Vancouver reisen möchte und deshalb einen Aufenthalt von 180 Tagen brauche. Im Nebenraum musste ich meine finanzielle Situation belegen und einige Angaben zu Job, Wohnung, Familienstand und so erklären. Einiges habe ich nicht verstanden, doch mit Stift, Papier und der Zeichensprache konnte ich mich recht gut ausdrücken. Ausführliche Dokumente waren auch hilfreich. Der Beamte war sehr freundlich und Hilfsbereit und entschuldigte sich auch mehrfach für seine Fragerei, doch das sei sein Job. Wieder draussen am Schalter war warten angesagt, denn er unterhielt sich noch mit Kollegen über mich. Offenbar war er aber noch nicht überzogen, dass ich nur als Tourist einreisen möchte, so musste ich nochmals in den Nebenraum gehen und weitere Fragen über mich ergehen lassen. Nach langem hin und her habe ich es aber geschafft und erhielt eine Aufenthaltsgenehmigung für 6 Monate.

Mein Gepäck lag bereits einsam abseits vom Förderband. Die Gepäckkontrolle wurde vermutlich nur aus Langeweile durchgeführt, denn es wurde nur lausig angeguckt. Das Interessanteste waren nur die 2 USB-Sticks in der Laptoptasche. 2 Stunden nach der Landung habe ich es geschafft und hatte alle Kontrollen hinter mir, juhuuuuuuuu. Ich musste höllisch aufpassen dass mein Freudenschrei nicht die ganze Stadt erschütterte ;-)

Im Hotel war erst einmal schlafen angesagt, denn nach Schweizer zeit war 20.45 Uhr als ich im Hotel eintraf. Die Zeitverschiebung von 5 Stunden interessierte mich vorerst noch nicht, war einfach müde.

 


Am letzten Sonntag erkundete ich die Stadt und begrüsste am Nachmittag mein Schiff mit dem Camper an Board. Am Montag und Dienstag machte ich weitere Auskundschaften und fand wichtige Dinge wie Kochbenzin für meinen Kocher und in einem Thai Laden kaufte ich Ovaltine. (Ovomaltine Made in Thailand) Ich bin ja gespannt wie die schmeckt.

Morgen habe ich noch einen Termin beim Spediteur, Zoll und Hafen um meine fahrende Wohnung nach Kanada einzuführen.

Das Fotoalbum wird laufen aktualisiert!

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