Nach Regen auf den Lofoten und erträglichen Temperaturen in Nord-Norwegen erwartete uns Finnland mit viel Sonnenschein und eisig kalten Nächten.

 

Ab Kirkenes mit der norwegisch-russischen Grenze fahren wir wieder Hamburg entgegen. Die Ausreise aus Norwegen war so einfach wie immer, keine Beamte und keine Befragungen. Schon bald nach dem Grenzübertritt wurden aus den Birkenbüschen grössere Birken und bald einmal Wald. Dem zugefrorenen Inarijärvi entlang gelangten wir nach Inari mit dem sehr empfehlenswerten Samenmuseum. Die Ausstellung über die Samen, die nordische Tierwelt und das Leben in dieser abgelegenen Gegend wurde aufwändig und gut verständlich gezeigt. Nicht nur wir kamen voll auf unsere Kosten, sondern auch das Auto, denn das hängte in unserer Abwesenheit am Strom.

Die kleine Strasse über Pokka nach Sirkka führte immer durch Wald, Wald und nochmals Wald. Campen war wegen dem vielen Schnee kaum realisierbar, so fuhren wir eben weiter als geplant. Die Waldbewohner gaben zum Glück etwas Abwechslung vom eintönigen Wald. Rentiere blickten wir immer wieder und einmal zeigte sich sogar ein Elch mit zwei kleineren Artgenossen.

Von der Ortschaft Sirkka mit dem Berg Levi waren wir so positiv überrascht dass wir spontan nochmals eine Nacht anhängten. Mit den Gondoli fuhren wir auf den 531 Meter hohen Hügel (Berg ist übertrieben) und hatten von dort eine fantastische Fernsicht über die unendlich scheinenden Wälder. Der Wolkenlose Himmel und die tiefverschneiten Bäume versetzten uns in eine Märchenlandschaft. Wir stampften beide unsere eigenen Wege durch diese Bilderbuchlandschaft und genossen jeden Schritt. Die klirrende Kälte konnte uns nicht abhalten den ganzen Tag auf dem Berg zu bleiben. Vom Starthäuschen des Weltcup Slalom aus erlebten wir einen glühend roten Sonnenuntergang. In der recht hellen Dämmerung liefen und rutschten wir auf dem Hosefüdli die Weltcuppiste hinunter.

Um uns aufzuwärmen statteten wir den Geschäften im Dörfchen einen Besuch ab. Nach langem Suchen fanden wir neben dem Touristenbüro ein sehr empfehlenswertes Restaurant. Die Pizza mit verschiedenem Rentierfleisch schmeckte vorzüglich. Da die Finnen für ihre Karaoke bekannt sind setzten wir uns zu später Stunde in ein Lokal und warteten mal ab. Mit dem Singen wurde dann nichts, dafür Rockte eine Band was das Zeug hält.

Die sternenklaren Nächte boten kein Nordlicht Spektakel, dafür aber eisig kalte Temperaturen. Der Wetterfrosch kletterte immer tiefer in sein Glas bis er bei -32.1° Grad stehen blieb. Das Übernachten im Camper forderte schon eine grosse Willenskraft, doch auch ohne Heizung meisterten wir die Nacht ohne Erfrierungen.


In Rovaniemi setzten wir uns in die Bibliothek und pflegten unsere Kontakte in der Heimat mit Mails. Die Industriestadt Kemi am Bottnischen Meerbusen ist nichts schönes, doch das zugefrorene Meer zog uns in seinen Bann. Wir wanderten stundenlang über das gefrorene und mit 20cm Schnee bedeckte Meer. Einbruch Gefahr bestand keine, denn wir hielten uns an die Langlaufstrecke und die Schneetöffspuren.

In Tornio wollten wir die letzte finnische Nacht verbringen, doch ohne es zu bemerken gelangten wir nach Schweden. Als wir vor dem grossen, blauen und international bekannten Möbelhaus standen war uns sehr schnell klar dass da was nicht stimmen konnte. Wir wählten dessen Parkplatz als Nachtlager und hatten letzten Sichtkontakt nach Finnland. Dank dem das Geschäft auch am Sonntag geöffnet ist konnten wir es uns auf den verschiedenen Polstergruppen bequem machen und Heizkosten einsparen. Wegen der Grenznahen Lage ist nicht nur alles zweisprachig angeschrieben, auch die Uhren ticken nach beiden Ländern. Der Zeitunterschied beträgt eine Stunde. Nach dem Ladenrundgang wechselten unsere ersten schwedischen Kronen ihren Besitzer, dafür bekamen wir leckere Schwedentörtchen.

Das Fotoalbum wird laufen aktualisiert!

 zurück

home

weiter