Bei miesem Wetter tuckerte ich nach Twillingate und fand unterhalb vom Leuchtturm eine tolle Bucht zum Übernachten. Ich räumte die letzten Schneefelder von der Strasse und erreichte auf einer Anhöhe einen genialen Platz zum verweilen. Am
Abend war ich mir aber nicht mehr so sicher ob das eine gute Idee war, denn es schneite und und setzte sehr schnell an. 
 
Bevor es zu kritisch wurde parkte ich den Vivaro zum Leuchtturm. Am Karfreitag lösten sich die trüben Wolken aber sehr schnell auf und machten der Sonne Platz. Die Suche nach Grönländischeneisbergen verlief zuerst ergebnislos, doch mit dem Blick durch den Feldstecher tauchte am Horizont auf einmal einer auf. Dank gewendeten Wind trieb er langsam aber sicher der Küste entgegen. Am Nachmittag war er gut zu sehen, doch noch immer recht weit weg. Die Nachricht vom ersten Eisberg vom Jahr breitete sich schnell im Dorf aus und es kamen immer wieder Leute zum Leuchtturm um ihn zu bestaunen. Nicht nur der Eisberg war einen Besuch wert, sondern auch die Grossartige Küste mit tollen Wanderwegen. Dass ich mich durch durchnässtes Moos und durch Sumpfgebiete kämpfen musste lag nicht an den Wegen, sondern daran dass ich immer auf noch tollere Fotos hoffte.
 

Auf dem Rückweg machte ich noch einen Abstecher zum Pikes Arm. Einen guten Weg mit einigen Treppenstufen führte zu einer Aussichtsplattform von der man ein überwältigtes Panorama hat. Dieser Abstecher ist ein absoluter Geheimtipp, denn er steht in keinem Reiseführer. Irgendwo im Niergendwo kreuzte mir ein Lastwagen wie ich ihn schon lange nicht mehr gesehen habe. Die Kontrollschilder bestätigten meine Vermutung dass es Schweizer sein könnten. Ich wendete und traf bald darauf Susanne und Ernest Fröhlich aus Zürich. Der MAN Lastwagen mit Wohnkabine gefiel mir sehr gut und auch die Fröhlichs machten ihrem Namen alle Ehre. Wir tauschten Tipps aus und besprachen die weitere Route.

 

 

So wie ich werden auch sie durch Labrador reisen. So machten wir mal provisorisch ab um einen Teil gemeinsam zu befahren. Im Grand Morne Nationalpark lag in den Bergen noch zu viel Schnee für grössere Wanderungen, doch an der Küste hatte es wunderbare Wege die erkundet werden wollten. Der Küstenweg ab Green Point führt fantastisch der steinigen Küste entlang. In Parson's Pond fand ich am Hafen mit den farbigen Schuppen einen tollen Übernachtungsplatz. Die Fischer waren gerade am bereitmachen ihres Kutters und die feuerrote Sonne tauchte am Horizont ins Meer. Ich gesellte mich zu den Fischern und Quatschte mit ihnen. Mein Englisch ist noch immer nicht so gut, doch ich schaffte es zu fragen ob ich denn morgen mit aufs Meer fahren dürfe. Ob ich denn um 5 Uhr in der Früh schon wach sei? Ja klar, ein solches Ereignis möchte ich mir nicht entgehen lassen.

So tuckerten die 4 Fischer und ich auf das Meer hinaus und erlebten schon bald einen Sonnenaufgang. Das Wetter war fantastisch und der Wellengang absolut kein Problem. Als mit dem Sonar ein Fischschwarm lokalisiert war wurden die langen Netze Wasser im Wasser gespannt und den ganzen Tag dort gelassen. Wir schipperten weiter zu den Fallen die in der Tiefe lagen. Nachdem eine lange Schote (Seil) die erste Falle an die Wasseroberfläche befördert hatte tauchten immer mehr Fallen auf die vereinzelt Krabben enthielten. Die Ausbeute mit etwa 6 Tieren pro Falle war nicht sonderlich hoch. Als alle 20 Körbe an Board waren wurden sie mit neuen Ködern bestückt und eine nach der anderen wieder zu Wasser gelassen.

An einem anderen Ort war die Boje nicht mehr mit den Körben verbunden, da eine Schote Riss. Die Männer warfen eine art Anker mit grossen Widerhaken an den Grund und Fischten so ihre kostbaren Fallen aus einer Tiefe von knapp 100 Metern. Die Freude war sehr gross als der erste Korb ans Tageslicht kam. Leider war er leer, doch alle anderen hatten dutzende von Krabben gefangen. Die Arbeit an Board wurde sehr hektisch da so viele Tiere auf einmal gefangen wurde. Die Männer lachten aber über das ganze Gesicht, denn am Schluss waren alle Behältnisse mit frischen Krabben gefüllt.

Zum Schluss fuhren wir wieder zu den Netzen in denen Maschen in der Zwischenzeit hunderte von Fischen zabelten. Voll beladen fuhren wir am Späten Abend wieder im Hafen ein wo uns eine grosse Delegation erwartete. Ich machte den ganzen Tag Fotos und Videos und genoss es auf dem Meer zu sein. Auf dem Schiff wurden gleich einige Krabben gekocht, doch mir schmeckten sie nicht besonders. Es war ein toller Tag mit extrem netten Leuten.


Das Fotoalbum wird laufen aktualisiert!

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