Nach dem letzten Bericht aus Lidköping am Vänernsee machte ich mich auf den Weg an die Küste. Die dortigen Wetteraussichten waren am besten, doch auch nicht sonderlich gut. Da es schon recht dunkel war, bis ich in meinem Zielgebiet war, stellte ich mich auf den Pausenplatz eines Schulhauses. Wie es sich am anderen Tag herausstellte war es eine sehr gute Wahl, denn über Nacht schneite es 8cm sehr nassen Schnee. Just als ich gegen 9 Uhr aufstand kam der Schneepflug vorbei und räumte mir den Weg.

Auf schneebedeckter Fahrbahn gelangte ich gut und sicher an die Küste, wo ich ein schönes Fischerdörfchen fand, dessen Namen ich mir aber leider nicht gemerkt habe. Zu Fuss schaute ich die alten Häuser an und marschierte noch ein Stück der Küste entlang. Etwa 1km nach der Ortschaft gab es auf einer Anhöhe einen Rastplatz von dem man eine schöne Sicht auf die Küste hat. Ich stellte den Vivaro dort hin, las draussen ein Buch und knabberte die letzten Zweil-Chips. Gegen 14 Uhr zeigte sich die Sonne kurz und verzauberte diese Gegend in eine Zauberwelt. Der frische Schnee funkelte im Sonnenlicht und die Wolken liesen die Sonne nur strahlenweise durch. Die Entscheidung an die Küste zu fahren hat sich nur schon wegen diesen 30 Minuten gelohnt.

 

In der Umgebung von Kyrkesund fand ich keinen Stellplatz der meinen hohen Ansprüchen entsprach. Da ich in der Nähe des Ziels immer nach alternativen Übernachtungsmöglichkeiten Ausschau halte war die Wahl ins Innere dieser Inseln zu fahren einfach und wie sich noch herausstellen sollte auch lohnenswert. Der sehr dichte Nebel und immer wieder einsetzende Regen lies mich in Decken gehüllt im Camper sitzen und das Buch von Mike Horn lesen und von neuen Abenteuern träumen.

 

Am nächsten Tag packte ich den Rucksack und bediente mich der Wanderkarte für das Sundsby Reservat. Was nach einem lockeren Spaziergang auf einem breiten Weg aussah entpupte sich immer mehr als eine Fehleinschätzung. Rund ums Gebiet gab es schon einen schönen Fussweg, doch ich wählte auch Wege ins „Gebirge“. Auf dem Gipfel namens Solklinten reichte die Aussicht bis zur Küste und über das leicht hüglige, typisch schwedische, Umland. Oben angekommen zeigte sich auch die tief stehende Sonne am sonst sehr bedeckten Himmel. Unweit des Gipfel hat es auch noch eine absolut sehenswerte Grotte, eine richtig tolle Bärenhöhle. Leider war sie zur Zeit nicht bewohnt ;-)

  

Die Fähre von Göteborg stellte sich als so extrem teuer heraus, dass ich gut darauf verzichten konnte. Schnell war eine Alternative gefunden, die mich noch durch unbekannte Gebiete von Dänemark führen werden. In Helsingborg buchte ich mit den allerletzten Schwedischen Kronen eine Überfahrt nach Helsingør in Dänemark. Die mitgenommenen 2500 SEK gingen ohne zu Budgetieren und Rechnen so gut auf, dass nur noch 19 SEK übrig blieben, welch ein Zufall.

 

Da der Campingplatz in Helsingør so schön am Strand und in der Nähe des Zentrums gelegen ist, buchte ich spontan für 3 Nächte. Der eine Tag war mit einer grossen Kajaktour auf dem Meer ausgelastet. Die Vorbereitungen auf diese Fahrt dauerten ganz schön lange, denn das Fahren auf dem Meer ist im Winter nicht ganz ungefährlich. In Die Wasserdichten Säcke kamen genügend Ersatzkleider um bei einer Kenterung schnell etwas trockenes anzuziehen. Auch der Proviant durfte nicht fehlen um sich wieder zu stärken. Am längsten dauerte aber das Tee drinken mit dem Angestellten vom Platz. Ich wurde zu ihm uns seiner Familie eingeladen um über die Routenwahl zu diskutieren. Einen Abstecher zum nur 4.5km entfernten Schwedischen Ufer sah schon verlockend aus, doch in der Mitte der Meerenge habe es sehr starke Strömungen die nicht zu unterschätzen seien. Nach dem austauschen der Telefonnummern konnte die Tour endlich los gehen.

 

Auch 100 Meter vom Strand entfernt war die Sicht auf den sandigen Boden immer noch sehr gut. Das messen der Tiefe ergab rund 70cm. Völlig unerwartet guckten wenige Meter neben dem Kajak Robben aus dem eisigen Wasser. Drei kleine, runde Köpfe zeigten sich und waren auch schon bald wieder verschwunden. Das war ein sehr schöner Augenblick, denn in Schweden wartete ich vergeblich auf freilebende Tiere. Nur 4 Rehe waren auf meinem Weg.

 

In den letzten Sonnenstrahlen des Tages erreichte ich den Camping wieder. Trotz Wind und Wellen hatte ich das Schiff immer unter Kontrolle und musste nicht in das nur 1°Celsius kalte Wasser. Da die Luft immer unter der 0 Grad Marke verwandelte sich das Spritzwasser auf dem Kajak in Eiskristalle. 

 

 

Ich danke ganz herzlich für die lieben und „wärmenden“ Mails die zahlreich bei mir eingetroffen sind. Für das neue Jahr wüsche ich allen gute Gesundheit und viele tolle Erlebnisse.

 

Und vergiss nicht: Träume nicht Dein Leben, sondern lebe Deinen Traum!!!