Nach dem ich am letzten Donnerstag ausgeschlafen und die letzten Utensilien verstaut hatte konnte die Fahrt losgehen. Der Stossverkehr war bereits am abschwächen, so kam ich gut nach Basel und dort ohne einen Beamten zu sehen nach Deutschland. Auf der Autobahn Richtung Frankfurt ging es Flott voran, doch mit den vielen Lastwagen war das Fahren kein grosses Vergnügen. Immerhin geriet ich nie in einen Stau und konnte meist zufahren. Meine Geschwindigkeit pendelte sich so zwischen 110 und 130km/h ein. Nach einer Kontrolle ob auch das Kajak noch gut angebunden ist lagen auch Spitzen von 164km/h drin, doch zu 99% nahm ich es gemütlicher, denn ich hatte ja keinen Stress. Nördlich von Frankfurt gab es bei einer Ferienbekanntschaft einen Teehalt um die letzten Kilometer des Tages entspannt zu nehmen. Nach 676km fand ich abseits der Autobahn einen ruhigen Ort zum Übernachten.

Da ich bereits um 4.30 Uhr aufwachte entschied ich die Gunst der Stunde zu nutzen und bereits los zu fahren. Es schneite leicht, doch das störte mich nicht. Auf der Autobahn waren nur Lastwagen und ein Fahrzeug mit einem Kajak auf dem Dach unterwegs. Die ersten Schneeerfahrungen mit dem Vivaro waren durchwegs Positiv. Ich hatte keinerlei Probleme auf Kurs zu bleiben. Dank der frühen Zeit war es ein Kinderspiel rund um Hamburg. In Puttgarden erreichte ich noch ganz knapp die Fähre, die im Schneetreiben den Weg nach Dänemark suchte. In Dänemark machte ich nur in Køge einen Besichtigungs- und Übernachtungshalt.
  
Vivaro


Obwohl die Fahrt über die Öresundbrücke die teurere Variante war, entschied ich mich für diese Route. Die Fahrt über dieses Meisterwerk der Technik war schon speziell und zum Geniessen. In Schweden angekommen steuerte ich gleich den Aussichtsplatz der Brücke an um Fotos zu machen. Am liebsten wäre ich gleich ins Kajak gehüpft und wäre um die Brücke gefahren. Da sich das Spritzwasser der Wellen an Land gleich in Eis verwandelte habe ich meine Idee schnell wieder begraben. Bei so eisig kaltem Wasser ist nicht zu spassen, vor allem wenn auch das Wetter nicht stabil aussieht. Diese Tour werde ich mal im Sommer machen.

Meer

Südschweden ist für mich zu fest besiedelt und von der Landwirtschaft genutzt, deshalb suchte ich eine Route der Küste entlang. Aber auch dort war es nicht einfach einen geeigneten Übernachtungsort zu finden. Doch ich habe an zwei Nächten einen guten Platz gefunden und in Ruhe übernachtet. Mit Temperaturen von -12°Celsius war es nicht sehr kalt, doch das Verlassen des warmen Schlafsacks brauchte schon eine kleine Überwindung. Ich bin nicht mehr ganz so abgehärtet bin wie vor 2 Jahren als ich mit Freude bei -20°Celsius zeltete. Auch am Abend zum lesen oder zum diesen Bericht zu schreiben wäre etwas Wärme keinen Luxus. Den Platz für eine Standheizung habe ich frei gelassen, im nächsten Jahr wird wie geplant eine eingebaut. Das ganze Konzept hat bisher versprochen was ich mir vorgestellt habe, ich bin ganz schön zu Frieden mit meinem Camper. Die Elektronik läuft zuverlässig, habe immer genügend Strom für die verschiedenen Geräte. Zwei, drei Dinge sind mir jetzt auf der Tour aufgefallen die ich unbedingt ergänzen muss. Ich werde im Fahrerhaus noch eine Steckdose für den Laptop einbauen, und über der Schiebetüre eine Lampe um bei Dunkelheit draussen zu Braten und Kochen. Die Steckdose unter dem Tisch muss auch noch umplatziert werden um sie einfacher zu bedienen.



Auf der Strasse 26 Richtung Jönköping verlies ich die Küste und fuhr durch den nicht mehr enden wollenden Wald. Nach einigen Besorgungen unterwegs machte ich im Skigebiet Isaberg einen weiteren Etappenort. Noch vor Sonnenuntergang war ich auf dem 308M.ü.M gelegenen Berg gespurtet. Heute machte ich noch einen Waldspaziergang um einen See, doch Tiere wollten sich keine zeigen. Immerhin habe ich frische Spuren auf dem Eis gefunden, doch ich kann sie keinem Tier zuordnen.

Jetzt mache ich mich auf den Weg zum Vänernsee um dort Weihnachten zu feiern. Ich möchte mich dort irgendwo abseits einrichten und die nähre Umgebung auskundschaften. Da ich noch recht südlich bin sind die Aussichten auf Nordlichter sehr klein. Um aber nichts zu verpassen strecke ich den Kopf immer wieder mal aus dem Schlafsack und suche den Himmel ab... Gute Nacht...
 


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